Qualifizierung

Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen

Qualifizierung

 

Bei Ihren Fort- und Weiterbildungen arbeiten wir als Referenten, Trainer oder Moderatoren mit. Wir leiten Seminare und Workshops und entwickeln Trainings für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie finden bei uns Unterstützung bei der Konzeption und Planung von Qualifizierungsangeboten. Wir halten interessante Vorträge - nach Ihren Anliegen zu "unseren" Themen.

Gender-Training

Gender - das kulturelle, soziale Geschlecht - ist in allen menschlichen Lebensbereichen wirksam. So sind Organisationen und Unternehmen auch durch Geschlechtlichkeit strukturiert und beeinflusst. BeiSOWIT sehen wir Geschlechter besonders in ihren gestaltbaren Seiten und nutzen dieses Potenzial bei der Entwicklung von Organisationen und Unternehmen.

Durch unsere Gender-Trainings werden Impulse für die Entwicklung in Richtung einer "gendergerechten" Organisation gesetzt. Wir verfolgen dabei einen mehrdimensionalen Ansatz: Alle Geschlechter gelten als "Gender-kompetent" und werden mit ihren eigenen Perspektiven, Potenzialen und Kulturen ernst genommen.

Gender-Trainings sind ein zentrales Instrument, umGender Mainstreaming in der Praxis zu etablieren. Gender Mainstreaming - von den Staaten der EU als Verpflichtung übernommen - nimmt Geschlechterperspektiven in allen gesellschaftlichen Feldern auf, reflektiert sie und verändert - wo nötig - Geschlechterwirklichkeiten und -verhältnisse. Gender-Trainings unterstützen andere - etwa rechtliche oder verfahrensbezogene - Umsetzungsformen sowie größere Organisationsentwicklungsprozesse.

  • ver­mit­teln In­for­ma­tio­nen über Gen­der­theo­ri­en, Ge­schlech­ter­kon­struk­ti­on, Gen­der Main­strea­m­ing
  • ver­wen­den Me­tho­den der Sen­si­bi­li­sie­rung für Gen­der­fra­gen und -the­men - vor allem in Bezug auf Ar­beits­feld und Ar­beits­all­tag
  • stoßen Reflexion über Geschlechterthemen an: Wie machen, wie gestalten wir unser(e) Geschlechterleben? Nutzen wir Geschlechtlichkeit als Ressource?
  • verstehen wir als Kompetenztraining mit dem Ziel, kompetent mit allen Geschlechterthemen umgehen zu lernen

In Gender-Trainings werden konkrete Umsetzungsvorhaben und -schritte entwickelt: in Bezug auf das eigene Arbeitsfeld, Umgangsformen im Team, Kommunikation in der Institution oder im Unternehmen, Arbeitszeitregelungen, Umgang mit geschlechterbezogenen Konflikten usw.

Ihr Ansprechpartner: Reinhard Winter

Gender-Kompetenz

Genderkompetenzen sind grundlegende soziale Fähigkeiten und Wissensbestände, die sich auf geschlechterbezogenes Handeln beziehen. Biografisch eignet sich jeder Mensch Genderkompetenzen an und bringt diese auch in sein Arbeitsfeld mit. Für ein Arbeiten, das geschlechterbezogene Aspekte produktiv berücksichtigt, müssen diese Kompetenzen reflektiert, erweitert und oft auch modifiziert werden. Dies geschieht in der Auseinandersetzung von alltagskulturellem, latentem Wissen und wissenschaftlich gesicherten Wissensbeständen.

Kompetenzen in diesen Dimensionen werden erweitert und implementiert, indem gleichermaßen Reifungsprozesse (sich erfahren und weiter entwickeln) initiiert und unterstützt wie relevante Bildungsinhalte (Wissen, Verstehen) vermittelt werden.

Beispiele für unsere Programme zur Vermittlung von Gender-Kompetenz

  • Prozessbegleitung: "Gender Mainstreaming als Qualitätsentwicklung"
  • Gendersensibilisierung in Landesbehörden (Gendertraining)
  • Fachseminar "Genderpädagogik" an der Fachhochschule Nordwestschweiz/Hochschule für Soziale Arbeit, Basel
  • Seminar "Der männliche Blick" Gender Mainstreaming für den Mann
  • Seminar "Alles, was Mann wissen muss!"Genderkompetenzen für Männer

Ihre Ansprechpartner: Gunter Neubauer, Reinhard Winter

Wie man Gesundheit an den Mann bringt

Für viele Jungen und Männer hängen Männlichkeit und "ungesunde" Verhaltensweisen zeitweise eng zusammen. Ziel unserer Arbeit in derMännergesundheitsförderung ist es deshalb, Männlichkeit mit gesundem und dennoch intensivem und lustvollem Mannsein zu verknüpfen. Dabei erreichen wir Männer am besten über die Fülle des Lebens, über das Gesunde - und weniger über das Kranke oder über das Vermeiden dessen, was krank macht. Bezieht sich Gesundheitsförderung nur auf Risiken und Probleme, dann spricht sie viele Männer nicht an. Gesundheit und Gesundsein werden dann mit Verboten gleichgesetzt: Mit dem Verbot von Mannsein und Lust, mit der Depotenzierung des Männlichen.

In der Männergesundheitsförderung arbeitet SOWITdeshalb vor allem mit Facetten des Gelingenden und erreicht Jungen und Männer durch aktivierende Methoden. Auch in Institutionen richten wir unseren Blick zuerst auf das Gesunde - und dann auf noch offene Potenziale. Wichtig ist uns besonders die Haltung, die wir gegenüber den Männern einnehmen. Wir versuchen, ihnen die Erlaubnis zum Gesundsein zu vermitteln. Ziel ist das Leben in Balancen, mit Lust und Genuss. Zusammen mit Jungen und Männern machen wir uns dabei auf die Suche nach Potenzialen des Männlichen und nach den Chancen des gesunden, gelingenden Mannseins.

Gesundheit verstehen wir als gelebtes, gelerntes, angeeignetes Verhalten und als Bewältigungsform. Deshalb geht es auch um mittel- und langfristige Entwicklungen und um Prävention. Dabei setzen wir bereits bei Jungen und männlichen Jugendlichen an. So entwickeln wir Präventionskonzepte und planen oder begleiten Projekte der Gesundheitsförderung in Schulen und Jugendarbeit, in der Berufsausbildung und in Betrieben. Wir führen ein Methodentraining für die Männergesundheitsförderung durch.

Ihre Ansprechpartner: Gunter Neubauer, Reinhard Winter

Mädchengesundheit, Frauengesundheit

Die Geschlechter zeigen sich in vielen Bereichen mit einem unterschiedlichen Krankheits- und Gesundheitsverhalten und werden auch unterschiedlich "behandelt". Selbst dem auf der Erscheinungsebene gleichem Verhalten liegen oftmals unterschiedliche Motive zugrunde. Problemlagen bei Mädchen und Frauen sind oft eher verdeckt und wenden sich nach innen, während Jungen und Männer ihre Themen mehr ausagieren und damit "auffällig" werden. Damit sind unterschiedliche Wahrnehmungen und Bewertungen durch Fachleute, aber auch in der Selbstdefinition und im sozialen Umfeld verbunden.

In der Praxis der Sozialen Arbeit wie auch im beruflichen Kontext wird häufig als Problem beschrieben, dass Mädchen und Frauen so häufig krank sind oder sich krank melden. Mädchen und Frauen scheinen sich Anforderungen oder Überforderungen eher dadurch zu entziehen, dass sie körperliche Symptome entwickeln, als dass sie offen rebellieren. Krankheit erscheint ihnen als legitimer, gesellschaftlich anerkannter Ausweg aus einer Überforderungssituation, ist allerdings als Problemlösungsversuch anzusehen, der eine aktive Übernahme von Verantwortung für das, was krank macht, was als belastend oder unzumutbar empfunden wird, zunächst nicht impliziert. Zusammen mit Fachleuten in betroffenen Institutionen muss der Sinngehalt solchen Verhaltens entschlüsselt werden, bevor wirksame Konzepte erarbeitet und Maßnahmen eingeleitet werden können.

SOWIT bietet Ihnen darüber hinaus geschlechterbezogene Unterstützung bei der Erstellung von Gesundheitskonzeptionen sowieSeminare zu Gesundheitsförderung, Ess-Störungen, selbstverletzendem Verhalten usw.

Ihre Ansprechpartnerin: Anja Wilser

Väterliche Autorität

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Elternrollen deutlich gewandelt. Mütter eroberten sich die berufliche Welt als etwas zunehmend Selbstverständliches. Und das gestiegene Interesse von Vätern an ihrer Familie, an Kindern, Erziehung und Küche ist an vielen Stellen erkennbar. So weit, so gut.

Die Kehrseite dieser an sich schönen Entwicklung zeigt sich im Verlust von alten Sicherheiten. Das betrifft das Vatersein an seiner zentralen Stelle. Galt der Vater über Jahrhunderte unhinterfragt als „Herr im Haus“, stellt sich die Frage nach seiner Autorität heute neu und anders. Der alte Patriarch hat ausgedient – aber was dann?

Vor allem wenn sie fehlt wird deutlich, dass väterliche Autorität durchaus auch erwartet wird: von der Partnerin, den Kindern und vom Vater selbst. Andererseits scheint das „Wie“ ziemlich offen: Mancher Vater zieht sich zurück, andere schießen übers Ziel hinaus. Die Rückkehr der Väter in die Familie ließ neue Rivalitäten und Statuskonflikte entstehen. Bei vielen Vätern macht sich Unsicherheit breit: Wie kann väterliche Autorität auf eine gute Weise gelingen?

Kinder brauchen vom Vater vor allem zweierlei: Nähe und Klarheit. Dieses Prinzip prägt auch seine Rolle und damit seine Autorität. Elternpaare müssen sich darin definieren und neue Spielregeln aushandeln. Keine leichte Aufgabe für den Vater, hier seine eigene Klarheit zu finden, seinen Platz einzunehmen und manchmal auch gegenüber der Frau behaupten.

Im Vortrag wird vorgestellt, wie das gelingen kann: Wofür die ganze Familie den Vater braucht und worauf sich deshalb eine moderne, persönliche väterliche Autorität stützen kann. Im Anschluss gibt es Zeit für Diskussionen und Fragen.

Ihr Ansprechpartner: Reinhard Winter

Väter im Betriebszustand: Die Führungskraft als Vater

Wie die Vaterrolle hat sich auch das Verständnis von Führung in Organisationen und Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert. War der Vater im Patriarchat der Herr im Haus, der Gebieter der Familie, galt die Führungskraft als unangefochtene Autorität, der sich alle unterzuordnen hatten.

Beide Rollen haben sich gravierend gewandelt und sind weiter in Entwicklung. Nicht wenige Männer sind deshalb verunsichert, weil die Veränderungen dieser Lebenswelten auf ihr Männlichsein durchschlagen. Wie kann ich da (noch) Mann sein? Muss ich etwa als Führungskraft, wie auch als Vater „verweiblichen“?

Die Erfahrung zeigt, dass der Wandel heute schon so weit fortgeschritten ist, dass hier weder Panik noch Polemik notwendig sind. Denn die Richtung zeichnet sich schon gut ab: Persönliche Kompetenzen, die länger schon auch eine Qualität des Väterlichen ausmachen, reichern Führungskompetenzen an. Umgekehrt wird zunehmend in Familien deutlich, dass Orientierung, Klarheit oder auch Beaufsichtigung notwendige Elemente darstellen – wie sie auch Führungskräfte benötigen.

In der Doppelrolle als Führungskraft und als Vater kann sich also Nutzen für beide Seiten aufspüren lassen. Können Führungskräfte etwa aus ihrem Vatersein Wertvolles für ihre berufliche Funktion lernen? Auf jeden Fall! Braucht es möglicherweise gerade davon etwas in der Familie, was gute Führungskräfte verkörpern? Genau!

Der Vortrag geht von „führenden“ väterlichen Instrumenten in der Familie aus, stellt sieben davon vor und schließt daraus auf Aspekte des Führungsverhaltens. Anschließend gibt es noch Zeit für Fragen und zur Diskussion.

Ihr Ansprechpartner: Reinhard Winter

Was tun mit den Jungs?

Die pädagogische Arbeit mit Jungen braucht - neben theoretischen Begründungen - auch eine jungengerechte Methodik. Die passenden Methoden und eine methodische Vielfalt tragen dazu bei, Jungen und ihre Themen besser zu erreichen. Selbstverständlich kann keine Methode allein gute Praxis garantieren. Oft geht es in der Jungenpädagogik deshalb vor allem darum, die Praxis mehr auf die Bedürfnisse von Jungen auszurichten und handlungsbezogene Konzepte zu entwickeln.

Im Seminar werden jungenpädagogische Grundlagen für eine Arbeit mit Jungen vermittelt, die sich am "Gelingenden" orientiert. Die eigene Rolle als Mann oder Frau in der Arbeit mit Jungen wird beleuchtet. Daneben werden erprobte Methoden vorgestellt und zum Teil selbst erfahren - exemplarisch etwa aus den Bereichen Sexualpädagogik, Suchtprävention, Medienpädagogik, Gewaltsensibilisierung und Aggressionskultivierung. Dabei wird auf eine Mischung von bekannten, aber auf Jungen hin modifizierten "Standards" und von neuen Methoden geachtet. Zielgruppe des Seminars sind Männer und Frauen, die mit Jungen pädagogisch arbeiten.

Zugänge und Themen:

  • Warm up's - Methoden zum Gruppe-Werden und sich kennen lernen
  • Aktionen und Erlebnispädagogik
  • Für den Kopf - die Infoblöcke: Lebenslage Junge-Sein, das Balance-Modell, Problemkonzentrationen
  • Aggressionskultivierung: Methoden zur Gewaltprävention und Selbstbehauptung
  • Sex-Packs: die spezielle Sexual-Pädagogik für Jungen
  • Risikoverhalten und Risikokompetenz
  • Das klare Gegenüber: Jungen und Autorität
  • Rituale in der Arbeit mit Jungen
  • Reflexions-, Auswertungs- und Abschlussformen

Ihr Ansprechpartner: Reinhard Winter

8. Seminar Sequenzanalyse und Genogrammarbeit mit Prof. em. Bruno Hildenbrand in Tübingen am 8. und 9.12.2017

Veröffentlicht am 6. Dezember 2017

Das Seminar wendet sich an Fachkräfte, die in Beratung, Coaching oder Therapie den familiären Hintergrund ihrer Kund/innen oder Klient/innen berücksichtigen und dafür ihre analytische und mehr

Fachtag „Männer – Bildung – Männerbildung“ am 30.11.2017 in Oberaichen

Veröffentlicht am 6. Dezember 2017

Bildungswünsche, Bildungspraxis und Beteiligung Das Thema Männer und Bildung bzw. Bildungsangebote für Männer ist – sowohl in der Praxis als auch in der Forschung – mehr

Fach- und Erlebnistag "Praxis der Männergesundheitsförderung" am 25.10.2017 in Tübingen

Veröffentlicht am 22. September 2017

Wie werden Angebote der Gesundheitsförderung und -bildung für Männer attraktiv? Dass es Männern in Baden-Württemberg insgesamt recht gut geht, hat zuletzt der 2015 veröffentlichte Jungen- mehr